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2011

[presse]

Martin Ziemer – ein Portrait über den neuen Torhüter beim HBW Balingen

im März 2011
8. März 2011
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Martin Ziemer – ein Portrait über den neuen Torhüter beim HBW Balingen
Martin Ziemer musste schon den einen oder anderen Spitznamen über sich ergehen lassen. „Picki“, weil er aus Rostock stammt und der damalige Fußballbundesligist Hansa Rostock Martin Pieckenhagen im Tor stehen hatte. „Calli“, weil sein damaliger Trainer beim SC Magdeburg ihn nach einer Verletzungspause und ein paar Pfunden mehr auf den Rippen nach Rainer Calmund benannte. Die Pfunde sind verschwunden – ist es nun auch an der Zeit für einen neuen Spitznamen?

Harte Arbeit und großes Engagement

Den bekam er prompt in seinem zweiten Heimspiel für den HBW Balingen-Weilstetten in der „Hölle Süd“ verpasst: Bei der Live-Übertragung auf sport1.de brachte es Kommentator Peter Kohl nach spektakulären, schier unglaublichen Paraden gegen die Weltstars des THW Kiel immer wieder auf den Punkt – Martin Ziemer, der „Hexer“. Das riecht nach dunklem Zauber. Wer den seit der Rückrunde für den HBW im Tor stehende aber etwas näher kennt, weiß, dass Magie keine Rolle spielt. Vielmehr ist es der Lohn harter Arbeit, großem Engagement und einer stets akribischen Vorbereitung. 

Auf dem Feld ist es ihm ganz egal, von wem der Ball geworfen wird. Er möchte ihn halten. Das zeigt er in jeder Aktion. Der Zuschauer spürt eine regelrechte Anspannung, wenn der „Hexer“ einen Ball erwartet. Die Energie ist geradezu spürbar, wenn er mit den Füßen tippelt und dann blitzschnell nach dem Ball geht. Hat er einen Torwurf der Gegner erfolgreich verhindern können, lässt er seinen Emotionen freien Lauf, überträgt diese und seine Leidenschaft auf das gesamte Publikum. 

Echter Profisportler

Das Sport- und Philosophiestudium hat er abgebrochen um sich voll und ganz  dem Handball zu widmen. Zusätzlich zum normalen Training gab es einen speziellen Torwarttrainer aus dem Kreis Minden-Lübbecke, der seinen Entwicklungsprozess auf Top-Niveau beschleunigte. Mit Martin Kussmann arbeitet er seit über 3 Jahren erfolgreich zusammen. Er kennt alle Facetten des TW-Spiels und spricht die Sprache der Torhüter. Außerdem coacht ihn noch ein Mental-Trainer aus Bielefeld. Ein echter Profisportler also. Eines will Ziemer dabei aber nicht vergessen, er schätzt neben Profittum und Kommerz noch immer die verbindenden Aspekte des Sports. Menschen finden zueinander, es entsteht Zusammenhalt und eine familiäre Atmosphäre. 

Kein Wunder, dass ihm der Abschied nach fast fünf Jahren in Hamm nicht einfach fiel und sehr emotional war. Nun heißt es aber, sich weiter zu entwickeln und den Blick nach vorne zu richten, um für die harte Arbeit mit Erfolgen belohnt zu werden. Das durfte Ziemer mit Magdeburg beim Gewinn der deutschen Juniorenmeisterschaft schon zweimal erleben. Nun sollen Erfolge im HBW-Dress folgen. 

Persönliche Anerkennung

Eine ganz persönliche Anerkennung konnte er nach den wenigen Spielen in Balingen schon verbuchen: Vor kurzem nominierte Bundestrainer Heiner Brand den 27-Jährigen für seinen vorläufigen 28er-Kader. Ganz bodenständig erklärt Ziemer aber, dass Johannes Bitter ja nur eine Pause mache. Deshalb wolle er seinen Weg weiter gehen und stets versuchen, seine Leistung zu bringen. Vielleicht ist die Nominierung dennoch ein Anzeichen dafür, dass er einmal in die Fußstapfen des legendären Torhüters Andreas Thiel treten könnte. Dieser war ebenfalls unter dem Spitznamen „Hexer“ bekannt und bestritt für die deutsche Handballnationalmannschaft 256 Spiele. 

Ob Martin Ziemer wirklich den Weg als feste Größe in die Nationalmannschaft finden wird bleibt offen. Für den HBW aber ist er mehr als nur eine kurzfristige Verpflichtung als Notlösung. Bei den Fans ist er schon nach den ersten zwei Heimspielen beliebt. Er ist einer, der das Feuer in der „Hölle Süd“ noch mal so richtig einheizen kann. Das tut dem HBW ausgesprochen gut. Denn wenn den „Galliern von der Alb“ schon kein Druide zur Verfügung steht, ist wenigstens ein „Hexer“ im Team vorhanden.

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